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Durchfallerkrankung beim Kaninchen

 
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Kräuterhexe




Anmeldungsdatum: 01.02.2007
Beiträge: 336
Wohnort: bei Bad Ems

BeitragVerfasst am: 25.01.2010, 17:49    Titel: Durchfallerkrankung beim Kaninchen Antworten mit Zitat

Die THP_Kollegin Frau Ilka Schön schreibt auf Ihrer Seite:http://www.tierheilpraxis-schoen.de/

Ich möchte mit diesem Thema ein Problem ansprechen, unter dem nicht nur mein eigenes Tier zu leiden hatte. In der Fütterung von Kaninchen kann und wird heutzutage immer noch sehr viel falsch gemacht.
Die Kaninchen stammen ursprünglich aus einer sehr futterarmen Gegend (hauptsächlich Spanien und Nordafrika). Deshalb hat sich ihr Verdauungssystem zur optimalen Futterverwertung einen Trick einfallen lassen, die Koprophagie. Die Tiere nehmen Heu und Gras, den Hauptbestandteil ihrer natürlichen Nahrung, auf, verdauen diesen und scheiden ihn als sog. Blinddarmkot wieder aus. Diesen dunklen, mit Schleim überzogenen und traubenförmigen Kot produzieren die Tiere meist nachts. Der Blinddarmkot wird vom Kaninchen dann ein zweites Mal gefressen und durchläuft den Verdauungstrakt somit erneut. Dies garantiert dem Tier eine optimale Ausnutzung selbst von sehr kargem Heu.
Wildlebende Kaninchen kommen nur sehr selten an Leckereien, so wie es unsere Haus- und Schmusekaninchen heute kommen. Sie leiden deshalb ebenso an den Folgen der Wohlstandsernährung wie der Mensch und andere Tiere auch, die ein Überangebot und zu energiereiche Nahrung bekommen.
Die natürliche Nahrung eines Wildkaninchens besteht aus sehr rohfaserreicher Heu- und Graskost. In zweiter Linie gefolgt von Ästen und Laub, wobei dem knabbern an Ästen noch der natürliche Zahnabrieb Rechnung getragen wird. Als Leckerei erbeutet das Wildkaninchen ab und zu mal etwas Gemüse, welches es sich von Feldern stibitzt. Ca. 20-30 g Kräuter pro Tier und Woche runden die Ernährung als Mineralstoff- und Spurenelementversorgung ab. Obst, wenn überhaupt, kennt ein Wildkaninchen nur als Fallobst von Bäumen und Sträuchern und kann nur als Leckerei angesehen werden und Körnerfutter kennt das Wildkaninchen gar nicht.
Die Fütterung mit Körnerfutter entstammt aus der Kaninchenzucht und –mast. Die Tiere werden meist nicht so alt, das Krankheiten durch Fütterungsfehler ins Gewicht fallen, da sie zuvor in den Topf landen. Bei unseren Schmusetieren, die bis zu 10 Jahre alt werden können, sieht das anders aus. Leberverfettung, Dauerdurchfälle, Trägheit und Atemprobleme bis hin zum Kreislaufversagen sind die Folgen der Mastfütterung mit getreidehaltigen Futtermitteln für Kaninchen. Leider wird es in der meisten Fachliteratur auch heute noch so dargestellt, dass man ein Kaninchen mit Müsli und Getreidefutter zu füttern hat. Hinzu kommt noch die Tierfutterindustrie mit ihrer Produktpalette von Knabberstangen, Drops und bunten Kringeln. Gerade diese Produkte bestehen nicht nur aus schädlichem Getreide, sondern enthalten auch Farbstoffe, chemische Zusätze, Zucker und Milcherzeugnisse. Besonders die Milcherzeugnisse (meist in den Drops), bestehend aus Milchzucker, wird von den Tieren nicht vertragen. Milch bekommen Kaninchen normalerweise nur als Babys von der Mutter. Danach ist Pflanzenkost angesagt.
Ebenfalls ganz wichtig und zu beachten : Jede Futterumstellung sollte langsam und schleichend erfolgen, da Kaninchen ihre Pflanzenkosten mit Hilfe von Mikroorganismen im Blinddarm verdauen. Plötzliche Futterumstellungen haben ein Massenabsterben der Organismen zur Folge, welche das Tier vergiften können oder zu erneuten Verdauungsbeschwerden führen können.Sollten Sie also andere Magen- und Darmerkrankungen, Bakterien, Viren und Pilze ausschließen können und Ihr Tier leidet weiterhin unter unerklärlichen Verdauungsstörungen, egal ob Durchfall oder Verstopfung, überdenken Sie bitte die Fütterung Ihres Tieres. Meist liegt da die Wurzel allen Übels vergraben!


Würde mich freuen wenn andere Kaninchenbesitzer aus ihrem Alltag berichten würden!
_________________
“Nur Glücksbringendes für die Zukunft,

Mitgefühl für Arme

und die Befreiung von allen Ängsten.”
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